Maria, Die Mutter vom Guten Rat als Schutzpatronin der St. Petrus-Claver-Sodalität für die afrikanischen Missionen
März 1912 [1]
Die Andacht zur Mutter Gottes vom Guten Rat, eine sehr empfehlenswerte Andacht.
Es ist eine Tatsache, dass die Andacht zur Mutter Gottes vom Guten Rat in den letzten Jahrzehnten einen grossen Aufschwung nahm und noch immer zunimmt. Die besondere Verehrung, mit der Papst Leo XIII. Maria mit diesem Titel anrief, mag viel dazu beigetragen haben. Auch sein langjähriger Sakristei-Direktor, Mons. Pifferi, war ein eifriger Apostel der Mutter Gottes vom Guten Rat. Seinen und den Bemühungen des Kardinals Vincenzo Vannutello ist es zu verdanken, dass unter Pius X. die Anrufung „Maria, Mutter vom Guten Rat, bitte für uns!“ in die Laurentanische Litanei eingefügt wurde. Das Heiligtum zu Genazzano, das seit dem Jahr 1467 das „wundertätige Bild Unserer Lieben Frau vom Guten Rat“ verehrt („Breve“ Leo’s XIII. vom 17. März 1903), wurde zum Rang einer Basilika erhoben. Schon zweimal ist dort das wundertätige Bild mit einer kostbaren Krone aus Gold und Juwelen geschmückt worden: im Jahr 1682 und 1687 durch Kardinal Luigi Amat, Bischof von Palestrina. Jährlich kommen Scharen frommer Pilger zum Heiligtum von Genazzano, das der Obsorge der Augustiner anvertraut ist. Viele Kirchenfürsten, die in die Ewige Stadt kommen, eilen auch dorthin, um vor dem Gnadenbild die Eucharistie zu feiern. Arme und Reiche wenden sich hier an Maria, um Rat und Hilfe in ihren zeitlichen und geistlichen Anliegen zu finden.
Woher diese spezielle Vorliebe zu Maria, der Mutter vom Guten Rat? Gewiss aus dem gleichen Grund, der uns heute auch die Andacht zum Hl. Geist so kostbar macht. Wir leben in einer traurigen Zeit, in welcher so viele Menschen, selbst solche, denen die priesterliche Salbung ein unauslöschliches Merkmal aufgedrückt hat, ihr Ziel verfehlen. Eine Zeit rastloser Hast und fieberhafter Tätigkeit, in der man sich leicht der menschlichen Klugheit in die Arme wirft und sich vom Weltgeist infizieren lässt. Die Folge ist ein verfehltes Lebensziel. Wir selbst müssten uns sorgen, dass uns nicht Ähnliches passiert. Im Wissen um unsere Unzulänglichkeit verlangen wir nach jener kostbaren Gabe des Hl. Geistes, der Gabe des Rates, die uns in unseren Entscheidungen leitet. Diese Gabe kann uns nur durch das Gebet geschenkt werden. Und wer könnte sie uns besser vermitteln, als gerade Maria, die Mutter vom Guten Rat? Diese zeitgemässe Andacht entspringt dem Bewusstsein unserer Hilflosigkeit und dem festen Vertrauen zu Maria, die unter dem genannten Titel angerufen wird. Dieses Vertrauen stützt sich auf zwei besondere Erwägungen:
1. Das Leben Marias kennzeichnet sie als die von Gott bestellte Ratgeberin für das Anliegen Jesu. Die Hl. Schrift weist uns darauf hin, wie Maria sich in die Absichten Gottes und Jesu vertiefte: „Maria bewahrte alle diese Dinge und erwog sie in ihrem Herzen“ (Luk 2,19). Und an einer anderen Stelle: „Sein Vater und seine Mutter staunten über das, was von ihm gesagt wurde“ (Luk 2,33). Dieses Einfühlen währte 33 Jahre, wobei in Maria die Kenntnis der Absichten Jesu zunahm.
2. Maria weiss gut zu raten. Der göttliche Heiland selbst wollte uns in dem Wunder der Hochzeit zu Kana davon einen eindeutigen Beweis geben. Die Veranlassung des Wunders war ja die Bitte der Mutter Gottes: „Was er euch sagt, das tut“ (Joh 2,5). Maria spricht zu den Dienern in einem Augenblick, in dem der Heiland sie scheinbar abweist mit den Worten „Frau, was hast du mit mir? Meine Stunde ist noch nicht gekommen“ (Joh 2,4). Maria versteht diese Worte, sie liest wie niemand im Herzen Jesu. Daher gibt sie unbekümmert ihren Rat, und Jesus krönt ihr uneingeschränktes Vertrauen mit einem Wunder. Gleichzeitig offenbart er dadurch auch den göttlichen Ratschluss, dass in seinem Reich Maria vermittelnd mitwirkt und wir nicht sicherer geführt werden als an ihrer mütterlichen Hand.
Die Andacht zur Mutter Gottes vom Guten Rat, eine empfehlenswerte Andacht für all jene, die direkt oder indirekt ihre Kräfte in den Missionsdienst stellen.
Als der Herr zum Himmel fuhr, war Marias Mission auf Erden noch nicht vollendet. Der Überlieferung nach war sie noch 15 Jahre Ratgeberin der Apostel und der eben gegründeten Kirche. Sie hatte ja um 30 Jahre lang vom Quell der Weisheit geschöpft. Was waren dagegen die drei Lehrjahre, die der Heiland vorzüglich der Bildung seiner Apostel und Jünger widmete? So konnte Maria den Aposteln raten, wie sie im Geiste Jesu die ihnen aufgetragene Mission durchführen sollten. Christus sagte: „Gehet hin und verkündet das Evangelium allen Völkern…“ (Mt 28,19). Dies ist sein letzter Wille, sein letzter Befehl. Und Maria ist da und wiederholt diesen Auftrag: „Alles, was Er euch sagt, das tut“ (Joh 2,5), vor allem aber tut das, was Ihm so sehr am Herzen liegt: Verkündet das Evangelium bis an die Grenzen der Erde (vgl. Mk 16,15). Sie sagt dies nicht nur den Aposteln und ihren Nachfolgern, den Missionaren; sie sagt es deutlich bis zur heutigen Stunde den Priestern und Laien. Maria hat zweifellos diskret, ganz nach ihrer Art, durch ihren guten Rat der Bewegung St.- Petrus-Claver-Sodalität, die die Missionierung Afrikas zum Gegenstand hat, auf die Beine geholfen und unterhält sie. Richtig sagt der selige Pfarrer von Ars [2] von der Gabe des Rates, sie erweitere unser Blickfeld, sie lehre uns, die Dinge von grossen Gesichtspunkten aus zu betrachten. Was ist nur das grösste Hindernis für eine erspriessliche Entfaltung des Missionsgedankens im katholischen Volk und noch weit mehr in den sogenannten gebildeten Kreisen? Es ist der enge Horizont, der uns nur die Bedürfnisse der eigenen Heimat wahrnehmen lässt, uns aber für das Wohl und Wehe unserer fernen Brüder Afrikas gefühllos macht. Wenn wir jedoch durch Mariens Vermittlung die Gabe des guten Rates erhalten, ist es naheliegend, weitherzig und apostolisch zu denken und unseren Verhältnissen entsprechend zu handeln. Maria, die Mutter vom Guten Rat, erweckt und erhält den Missionsgedanken in den Herzen der Katholiken. Sie inspiriert viele dazu, am Missionswerk in irgendeiner Weise teilzunehmen. Maria leitet uns bei der Durchführung dieser Aufgaben auf eine dreifache Art:
a) Um den Afrikanern das Licht des Glaubens zu bringen, bedarf es der Glaubensboten, der Missionare. Wer ist da die bessere Ratgeberin als Maria? Es ist eine wunderbare Tatsache, dass in unserer Zeit des Sinnengenusses und des Egoismus immer wieder tapfere junge Menschen Heimat, Familie, die Vorteile der Zivilisation, ja selbst die geistlichen Freuden eines geordneten religiösen Lebens verlassen, um den Armen im Busch „allen alles zu sein“ (l. Kor 9,22 b) Bei den vielen, die auf Christi Worte hörten „Sohn, Tochter, gib mir dein Herz“, war der Rat Mariens „Was Er euch sagt, das tut“ das zündende Fünklein.
b) Der Missionar, die Missionsschwester können im fernen Land ohne die materielle Unterstützung aus den Heimatländern weder bestehen noch wirken. Die Missionsreisen kosten Geld, ebenso der Bau von Kirchen, Schulen, Waisenhäusern, Spitälern. Die Anschaffung von Medikamenten, Kleidern, Nahrungsmitteln verschlingt enorme Summen. Wo aber lässt sich dieses Geld finden? Es kann doch nicht unmöglich sein, das einerseits von Luxus und Wohlleben und anderseits das von lokaler Wohltätigkeit geprägte Heimatland zur Linderung weit entfernter Anliegen zu bewegen. Allerdings, was den Menschen unmöglich scheint, ist möglich bei Gott. Das Wunder vollzieht sich immer wieder gleich dem Mannaregen, der die Israeliten in der Wüste ernährte. Marias Rat schafft den wahren, auf tiefem Glauben ruhenden Opfergeist, der weder auf weltliche Anerkennung noch Belohnung schaut, sondern – aller menschlichen Klugheit zum Trotz – gerade da gern gibt, wo andere ein Almosen hartnäckig verweigern.
c) Oder wie anders als durch den guten Rat Mariens sind die vielen, immer zunehmenden Spenden, Schenkungen, Legate zugunsten der Missionen zu verstehen, zumal von Armen selbst, die von ihrem Notwendigen geben? Es gibt heroische Akte, wie den eines Jungen aus München: Ein Tag nach dem Vortrag, den die Schreiberin dieser Zeilen in einem Arbeiterverein gehalten hatte, brachte er in deren Wohnung einen Brief mit 1500.- Mark. Darin schrieb er: „Nehmen Sie dieses Geld für die Missionen an. Es ist mein ganzes redlich verdientes Vermögen.“ Oder jener Bauernbursche aus der Umgebung Salzburgs, der anhand eines Flugblattes von der Vertreibung und Not der Jesuiten in Zambesi las, mit 2000.- Kronen in die Kanzlei der St.-Petrus-Claver-Sodalität in Salzburg eilte mit der Bemerkung, er wolle gern bei seinem älteren Bruder als Knecht arbeiten, um den Missionen sein ganzes Hab und Gut zuzuwenden. Welch geheimnisvolle Führung Mariens über die Herzen der Menschen und bezaubernde Kraft ihres guten Rates.
3. Wie Maria, die Mutter vom Guten Rat wirkt, beweist die Situation in Kana. Es entging ihr nicht die Verlegenheit der Brautleute, als ihnen der Wein ausging. Sie weiss zu gut, wie viel es an „himmlischem Wein“ bei der Missionierung Afrikas braucht: Gnaden müssen fliessen auf die Missionare, um ihnen Mut zu geben und ihre Arbeit zum Gedeihen zu bringen. Gnaden ferner, um die Herzen der Afrikaner für das Christentum zu bewegen. Gnaden schliesslich für die Einzelnen wie für die Vereine zur Bewältigung der unermesslichen Schwierigkeiten bei der Ausbreitung des Glaubens. Diese Gnaden erbittet Maria ständig von ihrem Sohn Jesus Christus.
Wir ahnen also, dass Maria, die Mutter vom Guten Rat, geradezu die von Gott auserwählte Ratgeberin jener ist, die direkt oder indirekt ihre Kräfte in den Missionsdienst stellen. Die Gabe des Rates entspringt – wie Faber [3] sagt – der Bergpredigt (Mt 5,7): „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ Der hl. Augustinus bemerkt dazu, dass Gott mit seinem Licht jenen beisteht, die andern in der Not liebevoll helfen. Haben also jene, die ein Werk geistlicher und leiblicher Barmherzigkeit an den armen Afrikanern ausführen, nicht eine berechtigte Hoffnung auf die Gabe des guten Rates durch Maria, der Mutter vom Guten Rat?
Die Andacht zur Mutter vom Guten Rat – die marianische Andacht der St.- Petrus-Claver-Sodalität.
Die St.-Petrus-Claver-Sodalität ist bekanntlich eine vom Hl. Stuhl genehmigte Hilfsgesellschaft für die afrikanischen Missionen und setzt sich zusammen aus einem weiblichen religiösen Institut und aus einer Vereinigung von mitarbeitenden Laien. Bei der Gründung im Jahre 1894 erhielt die Sodalität den Rat, die Mutter Gottes unter dem Titel „Maria von der Erlösung der Gefangenen“ speziell zu verehren und diesen Festtag (2. September) gleichsam als den marianischen Festtag der St.- Petrus-Claver-Sodalität zu feiern. Doch der Titel entsprach nicht genügend dem Zweck, den die Sodalität sich gestellt hatte und so versank diese Andacht. Es ging eben nicht allein um die Erlösung afrikanischer Sklaven, wobei die Sodalität früher oder später ihre Existenzberechtigung verloren hätte. Sie wollte vielmehr allen Missionen ein geistiges und materielles Hilfscorps stellen. Damit schuf sie sich ein Tätigkeitsfeld, das so lange dauern wird, als es in Afrika Seelen zu retten und Missionen zu unterstützen geben wird. Das Unternehmen ist gross und schwierig. Deshalb erkannte die Sodalität bald, dass es eines besonderen Beistands des Hl. Geistes und der seligsten Jungfrau Marias bedarf. So wandte sie sich an Maria, der Mutter vom Guten Rat, um von ihr Rat und Hilfe bei dem begonnenen Vorhaben zu erbitten. Und siehe da: Vor allem bei der Organisation der Sodalität blieb Marias guter Rat offensichtlich nicht aus. Ein Ereignis schliesslich war entscheidend, um sie definitiv zur Patronin der Sodalität zu erwählen und fortan zu verehren, nämlich die in Österreich durch Ministerialerlass vom 13. Juni 1898 erlangte Konzession zur Gründung der ersten Druckerei der Sodalität. Gleich in den ersten Jahren hatte man erkannt, dass für ein Propagandawerk wie die Sodalität zu einer gedeihlichen Ausübung ihrer Tätigkeit unbedingt eigene Druckereien notwendig sind. Die Errichtung einer Druckerei in Österreich ist allerdings nicht so leicht, wie zum Beispiel in Deutschland und Italien. In Österreich ist die Ausübung des Buchdruckergewerbes an eine staatliche Konzession geknüpft. Diese ist erstens an den Befähigungsnachweis gebunden und zweitens wird sie von der Regierung nicht erteilt, ohne die Ansicht des Gewerbe-Genossenschaft-Verbandes eingeholt zu haben. Letzterer geriet über das Gesuch der Sodalität um Verleihung einer Buchdruckerei-Konzession in die hellste Entrüstung. Die elf konzessionierten Buchdruckerei-Besitzer Salzburgs setzten alle Hebel in Bewegung, um die Sache zu vereiteln. Die liberalen und sozialdemokratischen Blätter Salzburgs unterstützten sie und ergingen sich in eine Flut der unwürdigsten und ungerechtesten Schmähungen gegen die Sodalität, um einen Druck auf die Regierung auszuüben. Zweimal wurde das Gesuch tatsächlich abgelehnt. Der Fall wurde geradezu aussichtslos. Da nahm die Sodalität zur Mutter vom Guten Rat ihre Zuflucht. Eine Novene nach der anderen folgte. Kurz vor ihrem Festtag, am 20. April 1898, wurde das Gesuch zum dritten Mal eingereicht. Und siehe! Maria hat geholfen. Schon am 13. Juni traf die Nachricht der Konzessions-Bewilligung in Salzburg ein. Welch innige Dankgebete der Mitglieder der Sodalität stiegen nach dieser Mitteilung zum Himmel empor! Mit Bewilligung des fürsterzbischöflichen Ordinariates wurde umgehend an drei aufeinanderfolgenden Nachmittagen vor dem feierlich ausgesetzten Allerheiligsten in der Hauskapelle der Sodalität eine erhebende Danksagung, eine Andacht zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Guten Rat, durchgeführt. Die Gegner aber entbrannten über den Sieg einer katholischen Angelegenheit in hellem Zorn. Sogar die Mutter vom Guten Rat wurde vom Geifer der feindlichen Presse nicht verschont. Die Sodalität aber freute sich ihres Erfolges und hielt fest an ihrem Glauben an die Vermittlung Mariens, der Mutter vom Guten Rat. Von diesem denkwürdigen Tag an hat die Sodalität sie zu ihrer himmlischen Beschützerin und Ratgeberin gewählt. Sechs Jahre später (1904) erbat sie sich von Pius X. die Bestätigung dieser Wahl. Der Papst tat es in einem an die St.-Petrus-Claver-Sodalität gerichteten Breve (Erlass), dessen betreffender Passus lautet: „Da nun unsere geliebteste Tochter in Christus, Maria Theresia Ledόchowska, Generalleiterin genannter Sodalität, uns demütig gebeten hat, derselben einen besonderen Beweis unseres Wohlwollens geben zu wollen …, deshalb …, erwählen wir, kraft unserer apostolischen Autorität, durch dieses gegenwärtige Schreiben, und geben wir ihr (der Sodalität) die jungfräuliche Gottesmutter vom Guten Rat als himmlische Beschützerin. Wir wollen, dass ihr alle Ehre erwiesen wird, die den besonderen himmlischen Patronen gebührt…. Um so mehr freut es uns, derselben Gesellschaft die Mutter vom Guten Rat zur Protektorin zu geben. Wir haben die sichere Hoffnung, dass sie auf die Arbeiten der Sodalinnen mit Wohlwollen schaut, ihnen gute Ratschläge geben wird und ihre Werke und Unternehmungen für Afrika gedeihen lässt.“
In der Tat. Auf doppelte Weise fährt Maria fort, der Sodalität eine gute Ratgeberin zu sein. Einmal dadurch, dass sie ihr und ihrer Leitung immer wieder neue Wege und Mittel zeigt, den Missionen zu dienen und diesen neue Hilfsquellen zu finden. Zweitens offenbart sich die Mutter vom Guten Rat dadurch, dass sie die Unterstützungen der Missionare durch die Sodalität bis in die einzelnen Fälle ganz providentiell leitet, wie uns dies oft die Missionare bezeugen. Denn unbewusst kommt die Sodalität oft einer Mission, einem Missionar mit einer Unterstützung zu Hilfe gerade im Augenblick höchster Not und Verlegenheit. Solche Momente sind keine blossen Zufälle, sondern dem „Guten Rat“ der himmlischen Schutzpatronin der Sodalität gut zu schreiben.
Das Ganze zeigt, wie sehr die St.-Petrus-Claver-Sodalität einem fortwährenden Dank gegenüber Maria, der Mutter vom Guten Rat, verpflichtet ist. Sie sucht dies auf zweifache Weise zu erfüllen: Durch die Andacht zu Maria, der Mutter vom Guten Rat, durch Verbreitung von Bildchen, Medaillen, Litaneien usw. zur Förderung dieser Andacht, und durch die Feierlichkeit ihres Festes am 26. April. In allen Häusern der Sodalität und in den meisten Filialen, ja selbst in vielen Abgabestellen in Österreich, Deutschland, Italien, in der Schweiz finden an diesem Tag Festgottesdienste statt. Von der Kanzel wird durch herausragende Redner die Mutter vom Guten Rat gepriesen. Das Volk nimmt an diesen Andachten von Jahr zu Jahr immer inniger teil. Deshalb hat sich an manchen Orten die Verehrung zur Mutter Gottes vom Guten Rat so gut eingebürgert, dass sich ihr Bild bereits eines dauernden Ehrenplatzes in der betreffenden Kirche erfreut. Während des Jahres pilgern die Gläubigen vertrauensvoll zu ihr.
Zudem erweist sich die St.-Petrus-Claver-Sodalität Maria dankbar, indem sie durch ihre Tätigkeit den guten Rat Mariens zu verwirklichen sucht. Maria rät zum Missionsberuf. Die Sodalität weckt und unterstützt diese Berufe. Maria legt den Missionsgeist in die Herzen der Menschen. Die Sodalität pflegt diesen Opfergeist; sie sammelt Geld und Gegenstände für das Missionswerk. Maria rät dazu, wie der letzte Befehl Christi verwirklicht werden kann. Die Sodalität wirkt ferner mit an der Verbreitung der Frohbotschaft Christi durch Drucklegung der für die Missionare zur Verbreitung des Glaubens notwendigen Bücher. Maria rät zum Gebet für die Bekehrung Afrikas. Sie legt selbst Fürbitte bei ihrem göttlichen Sohn in dieser Meinung ein. Die Sodalität lädt alle zum Gebet für Afrika ein und führt jährlich einen Gebetskreuzzug für die Bekehrung Afrikas durch.
Möchte doch die Sodalität in ihrer Tätigkeit nie erlahmen, sondern immer mehr den guten Rat Mariens verwirklichen. Die Marienverehrer ihrerseits mögen den Rat Mariens realisieren durch Förderung der Sodalität zugunsten der Ärmsten Afrikas. Diese Förderung kann in einem Abonnement des „Echo aus Afrika“ (Mark 1.50) oder durch den Beitritt als Förderer der Sodalität mit einem Jahresbeitrag von Mark 2.- geschehen. Sie werden es nicht bereuen. Da Sie dem Rat Mariens gefolgt sind, wird diese weiterhin Ihnen die Gabe des Rates vom Hl. Geist erbitten und Ihnen Führerin und Helferin sein bis zum Ende Ihres Lebens, besonders in der Stunde Ihres Todes.
Maria Theresia Ledόchowska
[1] Der Text wurde von der Redaktion in Zug im Mai 2009 ins heutige Deutsch überarbeitet.
[2] Johannes Maria Vianney (1786-1859), Heiligsprechung 1925. Bekannt als „Pfarrer von Ars“, wo er segensreiches, weit ausstrahlendes Wirken entfaltete.
[3] Petrus Faber, sel. (geb. 1506 zu Villaret/Savoyen, gest. 1546 zu Rom), erster Gefährte des hl. Ignatius von Loyola in Paris, wirkte als erster Jesuit in Deutschland und gewann den hl. Petrus Kanisius.
Seligsprechung 1872.

