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Weltmissionssonntag in der Pfarrkirche Bergheim

Am 18. Oktober feierte die Kirche weltweit den 100. Weltmissionssonntag. Dieser besondere Sonntag erinnert uns daran, dass wir alle durch die Taufe zur Mission berufen sind. Auch die Gemeinschaft von Maria Sorg beging diesen Anlass auf besondere Weise in der Pfarrkirche Bergheim – mit einer festlichen Eucharistiefeier und persönlichen Glaubenszeugnissen.

Zu Beginn der Eucharistiefeier betonte P. Virgil Steindlmüller OSB die Bedeutung von Solidarität und gegenseitigem Teilen:

„Der Sonntag der Weltmission ist somit auch ein Tag der Solidarität. Wir teilen heute nicht nur den Glauben und nicht nur die Eucharistie weltweit, sondern wir teilen auch unsere Gaben, damit wir leben können und damit Leben in Fülle wird – hier und jetzt.“

Mission – Berufung und Lebensstil

Ein besonders bewegender Moment war das Glaubenszeugnis von Schwester Elisabeth, die von ihrer Berufung und ihrem Verständnis missionarischen Lebens erzählte. Ihre Berufung entstand aus dem Wunsch, das Evangelium zu verkünden und Christus im Ordensleben nachzufolgen.

Obwohl sie selbst nicht als Missionarin in Afrika oder Asien tätig war, versteht sie sich als Missionarin in Europa und Österreich. Mission ist für sie nicht an einen bestimmten Kontinent gebunden, sondern Ausdruck eines Lebens aus dem Glauben.

„Jeder Mensch ist eine Mission, und jeder Getaufte hat Anteil an der Sendung, die Jesus den Aposteln gegeben hat: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium.“

Sie erinnerte in diesem Zusammenhang an eine Ärztin, die sich jahrzehntelang in Indien um Menschen mit Lepra kümmerte. Sie musste nicht unbedingt über das Evangelium sprechen: Durch ihre Hingabe und ihre konkrete Hilfe wurde die Liebe zu den Menschen sichtbar. Ihr Beispiel zeigt, dass gelebte Nächstenliebe Fragen wecken und andere Menschen zum Nachdenken über den Glauben führen kann.

Mission, die zur Dankbarkeit führt

P. Virgil sprach auch über die Beständigkeit im benediktinischen Leben und fragte Schwester Elisabeth, was sie dazu motiviert, immer wieder in neuen Ländern und an neuen Orten anzufangen, sich auf andere Menschen einzulassen und gegebenenfalls neue Sprachen zu lernen.

Für Schwester Elisabeth liegt die wichtigste Kraftquelle in der Gnade ihrer Berufung. Dazu kommen die Begegnungen mit Missionarinnen und Missionaren, die Informationen aus den Missionsgebieten und das Kennenlernen anderer Länder und Lebensgeschichten.

„Die Verbindung mit den Missionen, die Informationen, die wir bekommen, die Begegnungen mit den Missionaren und auch das Kennenlernen neuer Länder und neuer Geschichten schenken uns Wissen, Freude und eine innere Bereicherung. Es ist für mich sehr wichtig, immer wieder darüber zu lesen und zu erfahren, wie die Menschen wirklich leben.“

Die Berichte aus den Missionsgebieten erzählen nicht nur von Armut und schwierigen Lebensbedingungen, sondern auch von der Kraft, Würde und Dankbarkeit der Menschen. Ein wesentlicher Bestandteil der missionarischen Verbundenheit ist das Gebet. Es begleitet die konkrete Hilfe und hält die Gemeinschaft zwischen den Menschen lebendig.

„Das Gebet für die Missionen ist das Wichtigste, was wir tun können.“

Auch Missionszeitschriften helfen dabei, den Blick über den eigenen Alltag hinaus zu weiten. Sie machen auf die Lebenssituationen anderer Menschen aufmerksam, stellen konkrete Projekte vor und laden dazu ein, sich mit den Herausforderungen und Hoffnungen der Weltkirche auseinanderzusetzen.

Mission, die verbindet

Schwester Elisabeth erwähnte, dass die Kongregation der Missionsschwestern vom heiligen Petrus Claver eine Brücke zwischen den Missionsgebieten und den Menschen bildet, die diese Arbeit unterstützen möchten. Gleichzeitig engagieren sich Tausende Menschen durch ihre Spenden, ihr Gebet und ihre persönliche Unterstützung.

Die Hilfe kommt unterschiedlichen Projekten zugute: sozialen Initiativen, Schulen, dem Bau von Kirchen sowie der Herstellung von Büchern und anderen Materialien für Bildung und Glaubensvermittlung. So wird deutlich, dass Mission nicht allein die Aufgabe der Ordensleute ist. Sie lebt von vielen Menschen, die gemeinsam Verantwortung übernehmen und zu einer gerechteren und solidarischeren Welt beitragen.

„In Christus vereint in der Mission“

Die abschließende Frage von P. Virgil bezog sich auf die Botschaft von Papst Leo XIV. zum Weltmissionssonntag und auf das Leitwort „In Christus vereint in der Mission“.

Schwester Elisabeth machte deutlich, dass die Mission in der persönlichen Beziehung zu Christus beginnt. Wer einen Menschen liebt und etwas Schönes über ihn erfahren hat, möchte davon erzählen. Ähnlich wächst aus der Verbundenheit mit Christus der Wunsch, den Glauben mit anderen zu teilen.

„Wenn wir jemanden lieb haben und etwas Schönes über ihn wissen, dann wollen wir es erzählen.“

Mission ist dabei sowohl eine persönliche Berufung als auch eine gemeinsame Aufgabe. Erst durch das Zusammenwirken vieler Menschen können große Dinge entstehen. Diese Überzeugung gehört auch zum Charisma der Missionsschwestern vom heiligen Petrus Claver und zur Vision ihrer Gründerin, der heiligen Maria Theresia Ledóchowska.

Eine Feier, die die Weltkirche sichtbar machte

Auch die Gestaltung des Gottesdienstes brachte die weltweite Verbundenheit der Kirche zum Ausdruck. Fünf Farben und fünf Kerzen standen symbolisch für die fünf Kontinente und machten sichtbar, dass die missionarische Kirche Menschen auf der ganzen Welt miteinander verbindet.

Ein besonderer Moment war die Darbringung von Weihrauch durch zwei indische Frauen, begleitet von einem Aarati-Tanz. Die Blumen symbolisierten die Hingabe unserer Herzen und die Schönheit unseres Lebens, während der Weihrauch für die Gebete stand, die zum Himmel aufsteigen. Die Bewegungen des Aarati erinnerten daran, dass Gott die Mitte unseres Lebens ist. In diesem Zeichen konnten die Mitfeiernden Jesus ihre Freuden und Sorgen, ihre Hoffnungen und ihr ganzes Leben anvertrauen.

Nach dem Sonntagsgottesdienst klang die Feier bei Begegnungen und kulinarischen Köstlichkeiten im Pfarrcafé aus.

Ein herzlicher Dank gilt P. Virgil Steindlmüller OSB für die Einladung sowie allen, die zur Gestaltung dieser besonderen Feier beigetragen haben.

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